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Technik & Ablauf

Wie lange spielt ein Musiker an einem Abend?

4 Min. Lesezeit von Bertold Nagy

„Wie lange spielen Sie?" ist eine der ersten Fragen. Die Zahl allein sagt aber wenig aus. Entscheidend ist, wie diese Zeit aufgeteilt wird.

Der übliche Rahmen

Für eine Abendveranstaltung sind vier bis fünf Stunden Standard, typischerweise von 19 bis 24 Uhr. Bei Silvester oder Zeltfesten werden daraus oft sechs Stunden. Ein Seniorennachmittag dauert dagegen meist zwei bis drei Stunden.

Pausen: kurz und selten

Manche Musiker machen dreimal 45 Minuten Pause. Rechnen Sie nach – von fünf Stunden bleiben dann knapp drei. Ich mache bewusst wenige und kurze Pausen, und in diesen Pausen läuft Musik über die Anlage weiter. Es wird nie still, und die Stimmung fällt nicht in ein Loch.

Das steht übrigens in mehreren meiner Google-Bewertungen: „sehr wenig und wenn, nur kurze Pausen". Darauf lege ich Wert.

Wann soll die Musik anfangen?

Ein häufiger Fehler: Die Musik beginnt zu früh, wenn erst die Hälfte der Gäste da ist, und ist am Ende erschöpft, wenn alle in Stimmung wären. Sinnvoll ist es, während des Essens dezent zu beginnen und die Tanzmusik erst danach hochzufahren. Mehr dazu bei Tanzmusik.

Und wenn es länger werden soll?

Kein Problem, sagen Sie es einfach vorher. Was nicht funktioniert, ist die Verlängerung um Mitternacht spontan zu verhandeln – dann steht meist schon die Abholung oder der nächste Tag im Weg. Klare Zeiten vorab sind für beide Seiten besser.

Übrigens: Auf- und Abbau zählen nicht zur Spielzeit. Ich bin so früh da, dass alles steht, bevor die ersten Gäste kommen.

Wie lange Gäste tatsächlich bleiben

Die geplante Dauer und die tatsächliche gehen selten auseinander – aber sie gehen in eine vorhersehbare Richtung. Bei Familienfeiern verabschieden sich die älteren Gäste meist zwischen 22 und 23 Uhr, danach wird die Runde kleiner und die Tanzfläche paradoxerweise voller. Bei Betriebsfeiern kippt es später, dafür deutlicher.

Deshalb plane ich den stärksten Teil des Abends bewusst nicht ans Ende, sondern in die Phase, in der noch alle da sind. Wer den großen Tanzblock erst um Mitternacht ansetzt, hat ihn oft vor halb leerem Saal.

Wenn es länger wird als geplant

Das kommt vor, und es ist meistens ein gutes Zeichen. Sprechen Sie mich einfach an, wenn der Abend läuft – ich sage Ihnen ehrlich, ob eine Verlängerung möglich ist. Zwei Dinge sollten Sie dabei wissen: Erstens ist die Sperrstunde im Lokal oft strenger als der Wunsch der Gäste. Zweitens bleibt nach dem letzten Ton noch der Abbau, der ebenfalls Zeit braucht.

Halten Sie es umgekehrt genauso: Wenn absehbar früher Schluss ist, sagen Sie es rechtzeitig. Dann ziehe ich den Schlussteil vor, statt ihn abzuschneiden – ein Abend, der einfach aufhört, bleibt anders in Erinnerung als einer, der zu Ende gespielt wird.

Mehr zum Ablauf: Unterhaltungsmusik und Alleinunterhalter.

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Bertold Nagy – Musiker für Feste in Wien, Niederösterreich, Burgenland und der Steiermark

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